Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Charlotte Haeckel, Jena, 12. Mai 1879

Jena 12 Mai 79

Liebste Mutter!

Da Du uns leider nicht besuchen kannst, – was mir sehr Leid thut – so wollen wir zu Pfingsten zu Dir kommen.

Walter und ich können wohl im Dachstübchen bei Carl logiren, Agnes und die beiden Mädchen bei Dir. Wir denken Sonnabend oder Freitag vor Pfingsten zu reisen und 6 – 7 T. zu bleiben je nachdem es möglich ist.

In den Sommer-Ferien wird es mit einem gemeinschaftlichen längeren Besuch doch Nichts werden, da Agnes in ein Bad soll, und ich nach Edinburgh. ||

Meine Vorlesungen sind seit 3 Wochen in Gang und gut besucht.

– Heinrich habe ich – da er viel Geld für die Equipirung braucht – 50 Mark gestern vorgeschossen. Er war Sonntag sehr in Feuerlösch-Arbeit, da die Kaserne (während der Kirche) abbrannte, d.h. die Dachräume mit sämmtlichen Kriegsvorräthen, ein Schaden von 40 – 50 Tausend Thalern. Da Montag Inspection sein sollte war das Feuer jedenfalls angelegt. Unglück ist dabei nicht passirt.

Die Kinder und ich sind wohl, Agnes erkältet, aber wieder besser.

Mit herzlichsten Grüßen

Dein treuer Ernst.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
12-05-1879
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 38828
ID
38828