Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Charlotte Haeckel, Jena, 31. Januar 1875

Jena 31 Jan 75

Liebste Mutter!

Für Deine freundliche Sendung herzlichen Dank! Bei uns geht es jetzt wieder gut. Vorige Woche war wieder einmal (wie in ganz Jena) allgemeiner Catarrh (Folge des wechselnden Wetters). Dabei hatten die Kinder eine Art Röthel-Ausschlag (aber ohne Fieber). Wir dachten, es würde Scharlach werden, ging aber in ein paar Tagen so vorüber. Auch Emma quälte sich mit ihren Zähnchen. Seit die ersten vier durch sind, geht es wieder besser. ||

Am 1. März werde ich mit Richard Hertwig meine Reise antreten. Wir gehen direct nach Marseille, von dort per Dampfschiff (in 20 Stunden) nach Ajaccio, der Hauptstadt von Corsica, wo wir 6 Wochen arbeiten und fischen wollen. Dann wieder direct zurück.

Hoffentlich geht es Dir und unseren Lieben in Potsdam gut.

Daß T. Auguste so leidet, thut mir recht leid!

Mit herzlichen Grüßen

Dein treuer

Ernst. ||

Nachschrift. Ich habe mir eben berechnet, liebe Mutter, daß Du mir kein Geld zu schicken brauchst. Ich werde mit dem Gehalt und mit den Extra-Honorar-Einnahmen sowohl für die Reise als für den Haushalt bis Mai genug haben.

Sollte Agnes für den Haushalt mehr brauchen, so kannst Du ihr ja jederzeit Etwas schicken.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
31-01-1875
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 38793
ID
38793