Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Karl Haeckel, Jena, 7. Februar 1881

Jena 7a Febr 81

Dienstag Abend

Lieber Bruder!

So eben (7 Uhr Abend) erhalte ich Deinen gestrigen Brief und habe sofort mit „Ja“ telegraphirt.

Hoffentlich ist damit die Sache in Ordnung, und ich danke Dir bestens für die Besorgung. Die Hypothek scheint ja sicher zu sein, und das ist die Hauptsache. Ich wollte Dir schon gleich nach Deinem letzten Brief antworten, konnte aber seit diesen 8 Tagen durchaus nicht zum Schreiben kommenb. ||

Eine dringlichste Drucksache (– wichtige Mittheilung einer hübschen Entdeckung –) hat mich seit 14 Tagen dergestalt in Athem gehalten daß ich an Nichts anderes denken konnte und daß der Setzer mir die vier (in diesen 14 Tagen geschriebenen! –) Druckbogen seitenweise vom Leibe riß! Nun ist es glücklich fertig und Ihr bekommt’s in 8–10 Tagen.

Im Übrigen geht’s uns leidlich! Jena hat einmal wieder eine förmliche Catarrh- und Grippen-Epidemie, die wahre „Influenza“. Da müssen wir froh sein, noch ohne zu Bett zu liegen, mit tüchtigem Husten und Schnupfen fortzukommen. Übrigens ist’s schon besser.

Mit herzlichsten Grüßen an Alle

Dein treuer Ernst

a korr. aus: 8; b korr. aus: konnte

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
07-02-1881
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 37987
ID
37987