Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 29. April 1883

Potsdam 29/4 83.

Lieber Ernst!

Herzlich danke ich Dir für Deinen lieben Brief, ich hatte rechtes Verlangen zu hören, wie Du Heimgekehrt bist, und Deine Lieben gefunden, und freue mich, daß alles nach Wunsch geht. Gott behüte Dich und Dein Haus. –

Die zum Lesen mir geschickten Briefe veranlassen mich: Dich dringend zu bitten: sei vorsichtig mit Geben von Empfehlungen an Reisenden die von Dir solche wünsche, es könnte Dein Name leicht mißbraucht werden; an Dir unbekannte oder zweifelhafte Personen || darfst Du ja nicht Empfehlungen geben, grade so weit in der Ferne muß man doppelt vorsichtig sein. Du hast bei Deiner Reise so viel Gastfreundschaft genossen, und die darf nicht mißbraucht werden. –

Grüsse mir Agnes und die Kinder herzlich. – Wenn ich noch länger leben muß, hoffe ich Du bringst mir Deine Lieben mal her. –

Eben war Epmeier hier, der läßt Dich grüssen. ||

So viel ich konnte habe ich mich mit Deinen Papieren beschäftigt, um dann die ganze Verwaltung an Karl zu übergeben.

Damit aber Alles in gehöriger Ordnung ist, muß ich Dich dringend bitten mir recht bald ein genaues Verzeichniß zu schicken, von den Pappieren, die Du in Jena hast, und deren Coupons ich habe nämlich: 1) von der Rhein Eisenbahn 2) von der Oberschlesischen-Eisenbahn || 3) der Preussischen Staats-Anleihe und Deutschen 4) der Cöllen-Minden Eisenbahn; aber bitte: recht bald! ich möchte so gerne die Sache in Ordnung haben, so bald ich kann. Hast du jetzt viel zu thun, so erzeigt mir Agnes wohl die Liebe und macht ein genaues Verzeichniß der vorgenannten Papiere, aber bitte auf ein besonderes Blatt, dasa ich mit den Coupons Karl übergeben kann.

Sei mit Frau und Kindern herzlich gegrüßt von Deiner

alten Mutter Lotte.

a verb. aus: daß

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
29-04-1883
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 36950
ID
36950