Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 13. Dezember 1882

Potsdam 13/12 82.

Lieber Ernst!

Heute fand ich in der gestrigen Abendausgabe der Nationalzeitung die Angabe: die fälligen Coupons der Saal-Eisenbahn zu erheben in Berlin bei Jakob Landau. – Ich mache Dich nur darauf aufmerksam, weil Du immer sagtest: sie seien werthloos und daher nicht daran denkst sie zu erheben. Unter Deinen Werthpappieren, die ich von Dir hier habe sind 2 Saal-Eisenbahn; aber Coupons habe ich nicht, die mußt Du in Jena haben. Du wirst sie auch wohl in Jena einlösen können. ||

Als am Sonntag Bertha hier war, sagte sie mir, sie wäre in der Verlagshandlung, wo Deine Reisebriefe heraus kommen gewesen und habe welche zu kaufen gewünscht und gesagt sie habe vergeblich die Anzeige des Buchs erwarttet, da ist ihr die Antwort geworden, es sei gar keine Anzeige gemacht, weil schon so viel Bestellungen darauf eingelauffen seien, auch habe er keins mehr zu verkaufen, würde es ihr aber zuschicken, wenn er noch || welche von den Buchhändler zurück erhielt. –

Oft gedenke ich daran: ob Du auch vorsichtig genug bist, daß Du Dich nicht erkältest beim Auspacken und Ordnen Deines Museums. Halte Dich nur gesund, daß Du das schöne Weihnachtsfest heiter mit Frau und Kinder verlebst, damit Frau und Kinder entschädigt werden, dafür, daß Du vorig Jahr so fern warst. –

Dabei bringe ich noch in Erinnerung, || daß Ihr mir die Liebe erzeigt, und für Euch alle 5 was besorgt; es ist mir ja schmerzlich, daß ich es nicht kann. – –

Grüsse Agnes und die Kinder herzlich von mir und behalte lieb

Euere

alte Mutter Lotte.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
13-12-1882
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 36929
ID
36929