Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 15. Oktober 1882

Potsdam 15/10 82.

Lieber Ernst!

Diesmal ist mein Weihnachtsgeschenk in Wurst etwas zeitig von Gütersloh angelangt, denn da ich heute die hierher dirigierte Bestellung erhielt, wirst Du das Kistchen in Jena auch wohl erhalten haben. Nun wenn es auch noch nicht Weihnachten ist, so hoffe ich doch, daß die Metwürste Euch munden. Ich schreibe nur gleich, weil ich Euch bitten wollte mir gleich zu sagen, wenn || a auch nur durch Karte, ob das Kistchen richtig angekommen ist, weil ich gerne gleich die Zahlung nach Gütersloh schicken will. – –

Du hast doch das Geld richtig erhalten, was ich Dir Samstagb in einem Brief schickte, den Postschein habe ich aufgehoben, und bei dem Büchelchen gelegtc, worin ich Alles über Deine Einnahmen und Ausgabe notiere. –

Wird der Vortrag, den Du in Weimar über die Besteigung des Adams Peak gehalten, auch gedruckt?? ||

Besprich mal mit Agnes, was Ihr mir wohl zu einem Weihnachts Geschenk für Euere Kinder rathen könnt, am liebsten wäre es mir, wenn Ihr es mir auch besorgen könntet; da ichd ja selbst nichts besorgen kann und darum erst andere bitten muß; so scheint es mir am natürlichsten wenn die Eltern es thun. Mir ist es höchst zu wieder so in den Tag hinein etwas zu kauffen.

Karl läßt schön grüssen. Er ist heute Abend zum Kegeln, gestern || war er mit Marichen in Gesellschaft bei Ritters; überhaupt werden nun wohl die Gesellschaften loos gehn; wenn in den Städten erst ein e Theetopf wackelt, dann kommen leicht alle in Bewegung, gut, daß mein Alter mich dagegen schützt.

Sei mit Frau und Kinder aufs herzlichste gegrüßt von

Deiner

alten Mutter

Lotte Häckel

a gestr.: J; b eingef.: Samstag; c gestr.: aufgehoben; eingef.: gelegt; d eingef.: ich; e gest.: Topf

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
15-10-1882
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 36927
ID
36927