Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, [Potsdam], ohne Datum

Dienstag | Abend.

Meine lieber Ernst!

Heute früh erhielt ich Deine Sendung und danke Dir herzlich dafür. – Karl hat Dir über die Geldangelegenheiten geschrieben, und ich füge noch hier zu, daß es allerdings wünschenswerth ist zu wissen wann und in welchen Rathen möglicher Weise Geld besorgt werden muß; jetzt handelt es sich zunächst um die Rhein Nahe Bahn, die derart gekündigt ist, daß man jetzt gleich Staats Consols a pari erhält, wenn das nicht, wird es zurück gezahlt zum 13ten April || und die Pappiere, die man dann kauffen müßte, stehen hoch. – Ich war unbedingt dafür, daß a wir Deine und meine Rhein Nahe Pappiere umtauschst gegen Preussische Consols; da ist nun aber Karl mit seiner Peinlichkeit bange es könne fehlen, wenn Du schnell Geld brauchst; diese Sorge theile ich nicht; wünsche aber recht bald alles in’s Reine zu bringen, und bitte Dich daher umgehend mir mit ein paar Worten zu sagen, b wie Du es haben willst; aber ich bitte || gleich, weil sonst der Umtausch wohl nicht mehr geht. –

Ich habe jetzt noch beim Bankie einige 1000 Mark stehn und zu Neujahr nehme ich für Dich und mich Zinsen ein; Was jetzt einkommt von Deinem und meinem Geld lege ich, was ich nicht brauche, gleich beim Bankie nieder, damit immer was flott zu machen ist. Doch nun genug von diesen Sachen. Nur noch Herzinnigen Gruß an Dich, Agnes und die Kinder von Deiner

alten Mutter Lotte.

a gestr.: man; b gestr.: was

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
Ende 1882
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 36923
ID
36923