Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 30. August 1882

Potsdam 30/8a 82

Mein lieber Ernst!

Herzlich danke ich Dir daß Du mir gleich Deine Ankunft gemeldet, und freue mich, daß Du Deine Lieben alle wohl gefunden hast. Mir war es zu leid, daß Agnes in Deiner Abwesenheit Lisbet und Emma krank hatte; nun das ist ja auch überstanden.

Die Aussicht Dich und Agnes bei mir zu haben freut mich, und wenn auch in den Tagen hier im Hause viel Trubel sein wird, so werden wir doch manch || trauliches Plauderstündchen für uns haben.

Vor allem sollen Dich diese Zeilen jetzt nur Willkommen daheim zu ruffen. –

Von Karl haben wir bis jetzt gute Nachricht, er ist trotz des vielen Regens doch ganz wohlgemuth in Silt. Seinen Kindern geht es auch gut, bei der großen Zahl kommt mal leicht was, so ist Ernst jetzt seit über 14 Tage zu Hause, da er sich die Hand verletzt hat und Glassplitter drin hatte, er versichert || aber es heilte gut. –

Morgen erwartte ich Tante Bertha, mit Bertha Petersen Adelheid und Bertha Bleek, da werde ich also 4 Berthas um mich haben. –

Donnerstag Guten Morgen mein lieber Ernst! Regen, Regen, wie alle Tage, schlimm für meine Gäste, die ich heute erwartte. Nun um so ruhiger werde ich sie geniessen können, da ja bei schönem Wetter Potsdams Gegend genossen werden muß. Nimm Dir nur für die wenige Tage, die Du nur hier sein wirst, nicht || zu viellerlei vor: ich wünsche sehr dann auch Dir und Agnes Rechnung abzulegen, wie es mit der Verwaltung Eueres Vermögens hier bei mir steht; und ruhig mit Euch überlegen, was etwa anders einzurichten ist; ich denke fürs Erste ist es wohl rathsam, daß ich, wenn ich leben bleibe, die Papiere etc. noch hier behalte, bis Ihr in Euerem Hause eingezogen seid; dann gebe Gott Euch viel frohe Tage, das wünscht mit herzlichem Gruß

Euere alte Mutter

a irrtüml.: 9

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
30-08-1882
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 36829
ID
36829