Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 22. April 1882

Potsdam 22/4 82.

Mein lieber Herzens Sohn!

Tausend Dank für Deine lieben Zeilen. Gott sei von uns allen gepriesen: daß er Dich behütet hat, und Du glücklich heimgekehrt bist. Auch Deiner lieben Frau und Kindern wünsche ich Glück daß die lange Trennung vorüber ist.

Hoffentlich machst Du es wahr und kommst in der nächsten Woche zu mir; schön wäre es wohl wenn Agnes Dich begleitet; aber bitte schiebe es nicht hinaus: || Mit 83 Jahr sind die Stunden gezählt, und jetzt sterben viel alte Leute! Nun für’s Erste freue ich mich, daß Du heimgekehrt bist, und erfahren hast, wie schmerzlich es ist so lange und so weit von Frau und Kindern getrennt zu sein. Nun vielleicht wird Deiner alten Mutter auch noch die Freude des Wiedersehns. – Wie Gott will! Heute früh erfuhr ich von Karl den Tod Darwins; den Du wohl || längst erwarttet hast, mir ist es als hättest Du mir immer gesagt Darwin sei sehr kränklich und hinfällig.

Doch eigentlich sollten diese Zeilen Dir bloß meinen herzlichsten Glückwunsch sagen, Dich willkommen heißen in Deinem Daheim.

Sei mit Frau und Kindern innigst gegrüßt, und behalte lieb

Deine

Dich so innig liebende

Mutter Lotte.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
22-04-1882
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 36817
ID
36817