Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 29. Mai 1878

Potsdam 29/5 78

Lieber Ernst!

Herzlich danke ich Dir für die heutige Sendung; Sehr betrübt es mich, daß Deine liebe Schwiegermutter erkrankt ist, und ich hoffe, daß es ihr bald besser ist, grüsse sie herzlich von mir.

Ich kann mir denken wie Agnes bekümmert ist, und finde es ganz natürlich, daß sie unter diesen Umständen nicht Jena verlassen mag, so leid es mir auch ist, daß ich nun wieder nicht die Freude || werde haben meine lieben Jenenser zusammen hier zu sehn. –

Wenn Du nun mit Walter alleine kommst, so müßt Ihr Beide bei mir wohnen, das versteht sich von selbst. Die Geldangelegenheit, können wir ja mündlich besprechen; vergiß nur nicht eine sichere Tasche mitzubringen, damit Du die Pappiere, die ich noch von Dir habe, mit zurücknehmen kannst.

Karl meint Du möchtest || die Vollmacht für die Westphalia mit her bringen, und wir könnten sie dann von hier zusammen schicken, unsere ist auch noch hier.

Du besitzt 2 Kuxe von der Westphalia.

Bertha war mehrere Tage bei mir, und ist Montag Abend von hier nach dem Rhein gereist, ihr Ziel ist Münster am Stein bei Kreuznach, wo sie nach Quinkes Verordnung Badekur brauchen soll. ||

Wenn ich nichts näheres höre, so erwartte ich Dich Freitag den 7ten Juni mit Walter, worauf ich mich sehr freue. –

Sei mit Frau und Kindern herzlich gegrüßt von

Deiner

alten Mutter

Lotte.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
29-05-1878
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 36778
ID
36778