Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 16. Dezember 1872

Potsdam 16/12 72.

Mein lieber Ernst!

Herzlichen Dank für Deine Liebe. – So sehr ich es auch gewünscht habe, Dich mit Frau und Kinder zum Feste bei mir zu haben, so kann ich es Euch doch nicht verdenken, daß Ihr in dieser Jahreszeit mit den Kindern keine Reise unternehmen wollt, und finde ich es auch ganz natürlich, daß Ihr zusammen in Euerem Haus das Fest verlebt. Gebe Gott Euch recht frohe Festtage, vor allem Gesundheit; als ich ina Deinem Briefe las, Agnes und die Kinder wären nicht reisefähig, erschrak ich und fürchtete sie seien krank, doch beruhigt mich || Deine Versicherung am Schluß: Ihr wärt alle wohl. –

Für die Sendung herzlichen Dank. – Wie es hier im Feste sein wird, müssen wir abwartten, da ja bei so vielen Kindern leicht was vorkommt. Vorigen Donnerstag war Helehne Jacobi hier bei Karl gewesen und hatte gebeten: sie möchten mit allen Kindern den zweiten Feiertag zu ihr kommen (auch ich bin eingeladen). Das versprachen auch Karl und Clara. Freitag bekam der kleine Julius die Windpocken, sie sind gutartig; aber ob nur aus der Berlinerfahrt was wird, müssen wir abwartten. ||

In Lippstadt ist ein kleiner Junge einpassiert, nach der ersten Nachricht ging alles gut. – Grüsse Agnes und die Kinder herzlich.

Bald schreibe ich mehr. Aus diesem Brief siehst Du, daß ich Deinen Auftrag ausgeführt habe. ||

Wie immer

Deine

alte Mutter Lotte.

a eingef.: in

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
16-12-1872
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 36497
ID
36497