Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, [Berlin, 9. Oktober 1869]

Sonnabend

Für Ernst allein!

Lieber Ernst!

Wundern wirst Du Dich, daß ich Dir schon wieder schreibe; aber ich muß Dich um eine Auskunft bitten: als Ihr hier wart, wünschte sich Agnes eine goldene Kette zur Uhr; nun will ich ihr zua ihrem Geburtstag eine schenken, und war mit der selben heute bei Wilm, daß er sie aufputzen solle und ein Schieber dran || machen solle wie die Damen jetzt tragen. Wilm sagte: das sei eine sehr schöne Kette (ich habe sie als Braut von meiner Schwiegermutter bekommen) vom feinsten Ducatengold. Ich denke es soll Agnes lieb sein. Nun wünsch ich von Dir zu erfahren ob Agnes einen Hacken zur Uhr hat? bitte sag mir das, hat sie keinen, so schicke ich ihr meinen mit, || hat sie einen, so hebe ich meinen für eine der Enkelinnen auf; mir ist als wäre an der Uhr von Anna, die Du Agnes gegeben, ein Hacken; bitte gieb mir hierauf bald Antwort. Und dann bitte vergeßt nicht mir zu sagen: ob Agnes weiß wem der Mantel gehört, der sich seit Eeurer Abreise hier herum treibt. –

Ich werde Dir die Kitte [!] zeitig schicken, denn kannst Du es || Agnes an ihrem Geburtstag früh aufbauen. –

Tante Gertrude geht es heute besser; auch Gertrudchen soll es besser gehn. Morgen Mittag wird Tante Elise mit ihrem Sohn bei uns essen. Hoffentlich seid Ihr drei, meine Lieben, alle recht wohl. –

Seid auf’s herzlichste gegrüßt von

Euerer

alten Mutter

Lotte.

a korr. aus: zum

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
09-10-1869
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 36350
ID
36350