Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, [Bad Eilsen], 5. Juli 1856

Sonnabend

Mein lieber Herzens Ernst!

Für Deinen lieben Brief, Geburtstags Wunsch und die Zeichnungen sage ich Dir meinen herzlichen Dank. Die Zeichnungen machen mir viel Freude, die eine zeigt eine von den Partien, die Dir vorigen Sommer soviel Freude gemacht, die andere eine Gegend der Wünsche für die Zukunft. Was nun die guten Wünsche meiner Kinder betrifft, müssen wir es abwartten, ob sie sollen in Erfüllung gehn; auf jeden Fall wollen wir fest daran halten, daß es am beßten ist, wie Gott es schickt. –

Daß Du nicht wirst nach Aurich kommen können, ist schade. Jeden Falls denke ich, wenn nichts dazwischen kommt, wir besuchen Dich in Würzburg, daß [!] ist schon lange der Wunsch meines Herzens. Onkel Julius und Tante Adelheid werden Dich auf ihrer Reise zu Heinrich nach Heidelberg auch besuchen. –

Wie schön hier die Natur ist hat Häckel Dir geschrieben, und ich denke Karl hat Dir auch seine Briefe zugeschickt. Nun, leb wohl mein lieber Ernst, Gott sei mit Dir, bleibe gesund und behalte lieb

Deine alte Mutter ||

Ich weiß nicht ob ich es Dir schon geschrieben, daß es Tante Bertha jetzt sehr gut geht. Die Freienwalder haben mir eine gelungene Photographie von Karl, Hermine und klein Karlchen auf einem Bilde geschickt. Die ganze Familie Naumann wird sich wahrscheinlich Mittwoch auf Reisen begeben haben, und zwar zunächst nach Gommern, von dort er nach Karlsbad, sie mit Helenchen und Mariechen nach Liebenstein, wo Mariechen die sehr elend ist, in einer Kaltwasseranstalt bleiben soll, Elise und Helenchen werden einige Wochen da bleiben, und dann wird Elise ein Schwefelbad brauchen, wohin Helene sie begleiten wird. ||

Dem

Herrn Studenten Häckel

zu

Würzburg

I N. 382 ½

frei.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
05-07-1856
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 36221
ID
36221