Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, Hirschberg, 27. August 1861

Hirschberg d. 27sten

Mein lieber Herzens Ernst!

Sehr erfreut haben mich Deine letzten Briefe, woraus ich ersehe, daß Du mit dem Anfang Deines Berufslebens zufrieden bist, und frisch und fröhlich der Zukunft entgegen gehst. Gott sei ferner mit Dir. Ich freue mich auch sehr, daß wir Dich nun bald sehn werden; und daß wir dann uns alles nach Herzenslust mittheilen können. Dein letzter Brief kam gestern als Häckel eben den an Dich geschrieben hatte. || Ich füge nun noch folgendes bei: unser Plan ist Mittwoch, den 4ten September, von hier zu fahren und in Bunzlau zu übernachten, wir kommen also Donnerstag d. 5ten nach Berlin; dort habe ich einige Tage nöthig zu verweilen um einige häusliche Besorgungen zu machen, jeden Falls werden wir Dich abwartten und erst nach Freienwalde gehn, wenn || Du nach Heringsdorf gehst oder gegangen bist. Seit gestern ist es überhaupt zweifelhaft ob wir noch nach Freienwalde gehn, da Anna uns gestern schreibt, daß Hermine viel Unannehmlichkeiten im Hause hat; also müssen und wollen wir erst sehn, ob die Häuslichkeit in Freienwalde sich so arrangiert, daß Hermine uns ohne große Unbequäm-||lichkeit aufnehmen kann, und ich werde deshalb an Hermine morgen schreiben. –

Uebrigens bitte ich Dich sehr, es uns nach Berlin zu schreiben, sobald Du weißt, wann Du zu uns kommen kannst. Gott gebe uns ein frohes Wiedersehn. Mit herzlicher Liebe umarmt Dich

Deine

Mutter.

Adolf grüßt Dich.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
27-08-1861
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 36215
ID
36215