Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, [Berlin], 7. – 11. November 1868

7/11 68

Lieber Ernst!

Eben habe ich den Brief an Dich abgeschickt, da fällt mir ein, daß ich ganz vergessen habe, Dir zu schreiben, daß ich heute die Nachricht bekommen habe, daß der Wein für Dich abgeschickt ist, laß also in Zeiten in dem Keller eine feste Kiste, oder durch starke Holzblöcke etwas zurecht machen, damit der Mann, der den Wein bringt, es || gleich richtig legt; das Spunt nach Oben, und das Loch zum Türchen forne, das Faß muß an den Seiten durch vorgelegtes Holz fest gelegt werden; das Lager muß so hoch sein, daß man später beim Abziehen die Flaschen drunter halten kann, denn das Faß muß ganz ruhig liegen, darf nicht wieder verlegt werden. Wenn der Wein angekom-||men ist, macht man oben das Spuntloch auf, füllt das Faß voll, thut ein frisches Läpchen hinein und noch drum, und schlägt es wieder zu, dann läßt man den Wein 3 Wochen ruhen, und füllt ihn dann auf gut gespülte Flaschen.

Mittwoch. Lieber Ernst! Vorstehende Zeilen habe ich liegen lassen, weil ich wohl dachte, daß in diesen Tagen ein Gevatterbrief kommen würde. Ich schickte heute früh Deinen Brief an Tante Gertrude, da ich selbst || nicht hinkonnte, weil ich der Wäsche wegen Kochen etc mußte. Gertrude kam zu mir, und ist sehr erfreut, daß Ihr sie zu Gevatter gebeten. – Den Brief an Karl schicke ich noch heute weg, an Agnes habe ich gleich geantworttet. Nun mußt Du, wenn Du irgend kannst mir noch sagen: 1) wer Tauft? 2) wo? und 3) wann 4) wie habt Ihr alles eingerichtet. Gott gebe Euch ein heiteres Tauffest! Die Kinder bringen den größten Seegen ins Haus.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
11-11-1868
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 36212
ID
36212