Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, Berlin, 14. Januar 1863

Berlin d. 14ten

Lieber Ernst!

Eben aus der Stadt zurückgekommen, wo ich Euere Photographien geholt habe, finde ich Eueren Brief. Daß Ihr wohl seid, freut mich; aber daß Ihr so viel Aerger mit dem Mädchen gehabt, thut mir herzlich leid. Hoffentlich habt Ihr es jetzt gut getroffen.

Hierbei erhaltet Ihr die Photographien, von Annas und von Deinen vom Döhnhofplatz habe ich Häckeln eine in sein Album gethan und danke schön dafür. || Der Photograph vom Hausvogteiplatz hat statt 21 – 25 geschickt, und ließ sich doch nicht mehr bezahlen; ich finde die wirklich ganz gut an Freunde zu verschenken, für Häckel habe ich aber eine von denen vom a Dönhofsplatz genommen. –

Putzpulver habe ich Dir von mir etwas zugepackt; den Kaffeebrenner habe ich noch nicht; da kann ich ja später Dir mehr Putzpulver || besorgen. –

Von Karl haben wir noch keine nähere Nachricht; ich denke wir hören aber bald was. Er war sehr besorgt Mimmi so allein mit den Kindern zu wissen, und da entschloß sich Tante Bertha rasch, und ist vorigen Montag nach Freienwalde gereist.

Sonntag waren Deliussens, Frau Kortüm und Tante Gertrude und Tante Bertha zu Mittag hier. Montag waren wir zum Kaffe bei Frau Professor Weiß. || Barths Schwester zu Ehren war die Gesellschaft. – Morgen Mittag wird Frau Professor Weiß bei uns essen. Gestern Abend ist die alte Frau Hoßbach gestorben, vor 8 Tagen waren wir noch mit ihr bei Tante Bertha wo sie sehr heiter war. Gestern Abend bekam ich 1 Brief aus Hirschberg, künftigen Sonntag wird Klara Lampert und A. Schubert zu uns kommen. – [Text bricht ab]

a gestr.: Hausvogtei

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
14-01-1863
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35409
ID
35409