Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 15. September 1896

Potsdam 15/9 96.

Lieber Ernst!

Nach Deinen früheren Mittheilungen nehme ich an, daß Du in diesen Tagen heimkehrst: hoffentlich im Ganzen befriedigt von der Reise u. zu Hause Deine Agnes besser findend, als Du sie verlassen hast. Werde ich Dich noch in diesem Monat sehen? Zum 20st oder dem Ende dieses Monats, wo Mulders nach Berlin kommen wollen? ˗

Gieb doch nach Rückkehr bald ein Lebenszeichen von Dir. Heinz, der mir heut seine gestrige Abreise nach dem Süden u. Osten meldet, berührt Nichts davon, wie es in Villa Medusa aussieht. Hier wir 3 munter, Friedel immer noch ein Kalb, voller Flausen. Er war viel mit den 4 Straßburgerinnen zusammen, die morgen nach 6wöchigem Besuch heimreisen. Tante Bertha und Hahn’s munter; Georg’s Fuß noch in der Kur, Frau und Söhne haben Stickhusten, aber im Abnehmen. Freund Richter-Mariendorf hat einen Schlaganfall gehabt, soll einseitig gelähmt sein. Nähere Nachricht über ihn fehlt mir. ˗ Mit meinem Ernst geht es den vorausgesehenen Gang. Verkaufsunterhandlungen im Gange. Viel Grüße von Haus zu Haus, u. auf frohes Wiedersehn, hoffentlich bald, Dein treuer Bruder

C. Hkl.

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
15-09-1896
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35354
ID
35354