Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 30. Oktober 1887

Potsdam 30 Octbr

1887.

Lieber Bruder!

Nachdem ich das Schwurgericht am Freitag N achm ittag glücklich beendigt (einige schlechte Subjekte wurden doch – leider! – freigesprochen) . und mich von de s sen Strapazen erholt habe, antworte ich Dir auf Deine Anfragen vom 26 st d ieses M onats .

1.) Sack sches Stipendium betr effend

Du machst eine Eingabe (Brief an „Herrn Justizrath Dr. Altmann in Glogau Niederschlesien“, der Kurator der Stiftung ist, und bittest, für Dich zu liquidiren das Schulstipendium , welches Deinem Sohn Walter für das erste Jahr, welches er voll in Secunda sitzt, || nach § 4 I a des Stiftungs-Reglements vom 8. Januar a 1805 zusteht b und, da Du ihn außerhalb , nicht an Deinem Wohnort e hast, 100 Rth = 300 M . pro Jahr betragen soll.

Beizulegen hast Du:

a . ) sein Taufzeugniß , falls Du solches nicht schon früher eingesandt hast,

b . ) ein Zeugniß des Direktors des Realgymnasiums zu Gera, dahin gehend:

daß Walter seit October v origen J ahres (oder wann sonst? doch jedenfalls während dieses ganzen Kalenderjahres) | | der Secunda des Realgymnasiums angehört und daß diese Anstalt ihre Schüler reif zur Universität entläßt ) d. h. zu entlassen befugt ist). cf. Das silberne Buch S. 11 c

Du hast zugleich zu erwähnen, daß Du das Perzipiendum durch Postanweisung zugesandt wünsch e st.

Schicke den Brief eingeschrieben das Geld kommt nicht vor Mai od er Juni 1888! –

2.) den Rothwein

bestellst Du bei Herrn J. Marx, Weingroßhandlung in Wesel u. bittest um 1 Oxhoft „ von der alten Sorte .“ – | |

Heute hatte ich Besuch von Stadt -R at h Roestel -Landsberg, der in der Provinzial-Synode ist. Morgen fahre ich herüber u. denke mit gleichgesinnten Synodalen ein Fraktionsessen mitzumachen. Ob ich zu T ante Bertha komme weiß ich noch nicht. Wir hatten am Mittwoch u nd Donnerstag früh -4° Kälte: Gruppe im Garten abgefroren! – Hermann schreibt er habe in Meisdorf -3° gehabt.

Anbei heut gekommene Postkarte.

Mit herzl ichem Gruß Deinem Hause u nd dem Heinz

Dein

tr euer

Bruder.

d Mutter grüßt schön; von dem Papiere- Aerger hat sie sich erholt! –

a gestr .: 8 Februar; eingef .: 8 Januar; b gestr .: Beizulegen ; c mit Einfügun g szeichen eingef .: cf. Das silberne Buch S. 11 ; d weiter am Rand v. S. 4: Mutter grüßt schön sie sich erholt! –

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
30-10-1887
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35237
ID
35237