Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 8. August 1887

Potsdam 8 Aug. 87

Lieber Bruder!

Diese Zeilen treffen Dich nun wohl schon in voller Ferien m uße. Deshalb möchte ich Dich bitten, den im Mai besprochenen Versöhnungsbrief, an Th eodor Bleek, wenn Du ihn nicht schon geschrieben, recht bald los zu lassen. Wir wissen nicht, wie bald wir d[ ! ] mit Heinr ich S ethe an seinem Begräbniß wieder zusammentreffen.

Mutter hat am vor igen Dienstag noch einen Asthma-Anfall, früh morgens, gehabt, seitdem geht es wieder. Aber die Kräfte haben doch recht nachgelassen. T ante Bertha ist seit Sonntag d en 30/7 a auch nicht recht gewesen. Marie besuchte sie am Sonnab en d, wo ich in Eberswalde war, um meinen K arl mal zu sehen. Ich traf ihn in leidlicher Stimmung, doch so gealtert, u . durch starken braunen Vollbart so verändert, daß ich ihm kaum erkannt hätte. Auch Schw ägerin Ad e l heid Sethe ist recht alt geworden u. kindisch, (was man von uns e rm Carl nicht sagen kann). | |

Ob ich am 14 t d ieses M onats reise, wird von Mutters u nd T ante Bertha s Befinden abhängen. Wenn ich reise, richte ich es so ein, daß ich jede Stunde p er Telegraph hingerufen werden kann, Friedel erwarte ich Mittwoch b Ab en d zurück.

Mit herzl ichen Gr ü ß en von Haus zu Haus

Dein tr euer

Bruder.

Brauchst Du nun vor dem 15 t S e pt em b e r noch Geld, so schreibe es mir umgehend !

Schreib doch einige Zeilen an Mutter. Sie fragt oft nach Briefen von Dir.

Hermann ist seit D onner stag unterwegs nach d em Harz u . Lehsbe , in Geschäften, um Stellung r e sp ektive Gärtnerei zum Ankauf zu suchen.

Heinz soll mal von sich hören lassen. Jetzt hat er doch wohl mehr Zeit! –

a eingef .: d en 30/7 ; b gestr .: Sonnab en d; eingef .: Mittwoch

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
08-08-1887
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35235
ID
35235