Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 31. Juli 1887

Potsdam 31 Juli

1887 . N a chm.

Lieber Bruder!

Die Sendung von 300 M. hast Du hoffentlich richtig erhalten. Mutter hat sich über Deinen Brief gefreut; sie ist bei der jetzigen Hitze (seit 3 T a g en 26°R im Schatten) recht angegriffen u. hat in der letzten Nacht mehrstündige arge Athmungsbeschwerden gehabt, so daß Emma recht besorgt war u. mich beinahe gerufen hätte. Von1 Uhr ab hat sie dann bis gegen ½9 Uhr geschlafen u. ist wieder aufgestanden, aber recht matt. T ante Bertha, die von selbst kam, besucht sie so a eben.

Sollten sich solche Zustände wiederholen, so habe ich Bedenken zu reisen. Sonst wollte ich den 14 t August den Wanderstab ergreifen und etwa eine Woche in Harpstedt, 1½ Wochen im Wesergebirge (Hameln, Bückeburg) | | zubringen u. die letzten 14 Tage im Haag. Jedenfalls aber würde ich auch im Wesergebirge bestimmte Stationsorte wählen b , um jederzeit leicht zurückgerufen werden zu können.

Ebmeier habe ich heut nicht kommen lassen. Ich denke, er kann auch weiter nichts dabei thun .

Von Friedel habe ich gute Nachricht, er hat in 3 Wochen über 3 [Pfund] u. in der Länge um 3 ctm . zugenommen u. gefällt sich sehr in Zoppot. – Hermann sucht Stellung, r e sp ektive Grundstück zum Ankauf u nd neigt nach allen Erkundigungen zu letzterem. Passende Stellen im Privat- oder Gemeindedienst wollen sich nicht finden u. er glaubt als selbstständiger K unst - u nd H andels Gärtner besser zu fahren u. sich einen angemesseneren Wirkungskreis schaffen zu können.

Habt Ihr auch solche Hitze? Mit herzl ichem Gruß von Haus zu Haus u. an Heinz

Dein

Karl.

a eingef .: so; b korr. aus: wählen

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
31-07-1887
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35234
ID
35234