Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 15. Mai 1888

Potsdam 15 Mai

1888.

Lieber Bruder!

Wie wird es mit Pfingsten u. Deinen Reiseplänen? Ich habe mich entschlossen, den Sonnabend den 19t nach Meisdorf zu fahren und bis zum 23st wegzubleiben. Ich kann es nicht anders einrichten, da ich sonst schwerer Urlaub erhalte. Es hindert dies aber immer nicht, daß Ihr alle hier logirt u. zwar bei uns. Oben zu logiren würde Mutter zu sehr angreifen u. würde ich deshalb widerrathen. Bleibt Ihr über || den 22st so kann ich auch noch einen Tag früher zurückkommen u. sehe Euch dann doch noch hier.

Die beiden Referendare werden zu Pfingsten auch bis Dienstag Abend einen Ausflug machen.

Mutter geht es leidlich. Sie hat dann und wann in der Nacht Beklemmungen u. ist dann gewöhnlich den andern Tag matter, wie sie denn auch bei Tage öfters einnickt. Sonst hat sie sich doch von der neulichen starken Attaque wieder recht erholt, der Dr. Ziegler, den ich an jenem Abend holte, ehe Ebmeier kommen || konnte, sagte mir dieser Tage der Puls sei doch so schwach gewesen, daß er einen Herzschlag befürchtet habe.

Von Heinz Brief erhalten.

Viel Grüße von Haus zu Haus von

Deinem

treuen

Bruder.

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
15-05-1888
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35219
ID
35219