Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 28. März 1886

Potsdam 28 März

1886.

Lieber Bruder!

Bei Uebersendung der Zinsen pro I. Quartal beantragt Dein Hypothekenschuldner Bumke den Zinsfuß der 36.000 M von 4½ % auf 4 % herabzusetzen. Die gegenwärtigen Geldverhältnisse sind nun von der Art, daß ich den Antrag nicht unbillig finde und meine, wir werden demselben statt geben müssen. Jede sichre Anlage in Papieren zu 4 % geschieht jetzt durch Ankauf zu einem Curse über pari. Bumke hat noch angebaut und steht in der Feuerkasse mit 57.000 M., ist auch ein prompter Zinszahler. Ich will ihm aber vorschlagen, zu diesem Zinsfuß das Kapital 5 Jahre unkündbar stehen zu lassen.

Bitte um Deine Ansicht recht bald. ||

Mit Mutter geht es langsam auf der Besserung. Ebmeier hofft sie noch durchzubringen. Die Kräfte sind freilich schwach u. der Appetit sehr mäßig. Sie läßt Dich schön grüßen. Tante Bertha war am Mittwoch u. gestern des Nachmittags hier. Schreib doch mal wieder einige Zeilen an Mutter; sie freut sich darüber immer besonders.

Für Deinen Brief herzlichen Dank. Heinz wird, denke ich, nun bei der Stange bleiben. Zur Reise mit einem Norddeutschen Lloyd-Dampfer hat er sich gemeldet u. erwartet für den Monat April, im Lauf desselben, Order. Würdest Du ihm wohl für die Reise Deinen Revolver borgen? Dann, bitte, bringe denselben mit der Munition mit. Ich denke Heinz wird vorher nicht einberufen werden u. Du kommst doch den 10 April spätestens?

Mit herzlichem Gruß von Haus zu Haus

Dein treuer

Karl.

10 Uhr.

Eben war Ebmeier da u. ist zufrieden mit der fortschreitenden Besserung.

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
28-03-1886
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35169
ID
35169