Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 25. April 1883

Potsdam

den 25 April 1883.

Lieber Bruder!

Deine Zeilen vom 24 st kam en heute früh an. Mutter hat sich darnach schon recht gesehnt. Sie läßt Dir dafür schön danken. Sie ist eine ungeduldige Patientin, will immer heraus aus dem Bett; doch Ebm eier ist zähe. Gestern erklärte er ihr, sie dürfe noch nicht aufstehen; heute ist er, – wohl nur deshalb, um ähnlichen Andringen auszuweichen – nicht gekommen. Die Umschläge zur Kühlung des Kopfes, die er gestern verordnete, haben gut gewirkt. Sie ist heute munterer, wie wohl sie die Nacht wenig geschlafen hat.

Ich habe mir von ihr die letzte Abrechnung mit Dir geben lassen. Ist es richtig daß Du von ihr grade 2700 Mk mitbekommen hast oder wie viel war es sonst?

Marie u. ich sind öfters ein Weilchen bei ihr oben. Auch Friedel kann ich auf kürzre Zeit zu ihr hinaufschicken. Für gute Kost werden wir schon sorgen. || Für jetzt ist der Appetit noch schwach.

Mutter läßt schön grüßen, wünscht aber zu wissen, wie Du übergekommen seiest u nd alles gefunden hättest.

Herzl ichen Gruß von Deinem

Karl.

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
25-04-1883
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35135
ID
35135