Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 18. April 1882, mit Beischrift von Charlotte Haeckel

Potsdam 18 April

82. Vorm. 10 Uhr

Lieber Ernst!

Eben Deine Depesche erhalten. Wie freue ich mich, daß Du glücklich wieder auf u ns rem Europäischen Festlande angelangt bist! – Mutter natürlich das gleiche. Die strahlte, als ich ihr die Depesche brachte.

Nach Cairo hatte ich nicht weiter geschrieben. Der Brief hätte Dich nicht erreicht. Dagegen wirst Du meine Zeilen (vom 28 st v origen M onats ?) die ich nach der Agentur des Lloyd in Triest sandte u nd die Dir die Botschaft von der Verlobung meiner Anna mit || Dr. P hil. Hahn bringen sollte n , hoffentlich richtig dort vorgefunden haben. In F olge diese s Ereignisse s ist natürlich hier im Hause viel Sonnenschein! –

Nun habe ich Dir nur zweierlei baldigst mitzuth eilen :

1.) daß hier bis 10.000 Mk a zur S ofort e rhebung beim Bankier bereit liegen, über die Du zur Deckung Deiner Reisekosten jederzeit verfügen kannst. Gieb b mir nur Ord r e u nd schreibe dabei , ob ich die betr effende Summe in Preuß ischen Bankscheinen senden kann? – Bis jetzt ist nur E ine Sendung an Herrn Radonetz von mir expedirt . Kaufmann in Berlin hatte noch keine Nachrichten | | über die auf sein Conto D ir (in Bombay war es ja wohl) geleistete Zahlung u . daher ist an ih n noch nichts bezahlt.

2.) Wenn Du zu Haus alles günstig findest und auf 3-4 Tage vor Anfang Deiner Vorlesungen hierher kommen könntest, wäre das sehr nett . Einmal sehnt sich Mutter sehr nach D ir. Dann ist mein Brautpaar zu Pfingsten in Hirschberg (wo der Vater des Bräutigams ein Pfarrer emeritus wohnt). Es spricht also alles dafür, daß Du bald herkommst. Du kannst dann auch mit Gebr üder Paetel wegen des projektirten | | Reisewerks bald Rücksprache nehmen.

Komm also, sobald Du kannst . Mutter u. bei mir im Hause ist alles wohl. Ich wünsche mir, daß Dir der bei uns wenigstens sehr raue April gut bekommt.

Grüße Heinrich Schwarz bestens von mir

Mit besten Grüßen von Haus zu Haus

Dein

tr euer Bruder

C. Haeckel

c Ich habe hier schwere 14 Tage Sitzung in S . ./. Zaucke gehabt u nd arbeite jetzt an dem Erkenntniß in dieser causa celebr e .

[ Beischrift von Charlotte Haeckel ]

Auf frohes Wiederseh n. Der bis jetzt geholfen, sorge weiter. Herzlichen Willkommen von

Deiner

alten Mutter.

a gestr .: (5.-7000 M.); eingef .: bis 10000 Mk ; b irrtüml .: Giebt ; c weiter am Rand v. S. 1: Ich habe hier ... dieser causa celebr e .

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
18-04-1882
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35118
ID
35118