Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 14. September 1881

Potsdam 14/9 81.

Lieber Ernst!

Wir sind am Montag glücklich und trotz des Wetters recht befriedigt von der Reise hier angelangt, nur daß ich seit der Erkältung in Ziegenrück am Ischias des linken Beines laborire.

Deine Zeilen an Mutter betr. Reiseungewißheit kamen gestern. Kannst Du nicht vielleicht über Triest oder durch direkte Correspondenz mit Consul Freudenthal, der Dir die Antwort telegraphirt, erfahren, wie der Gesundheitszustand auf Ceylon ist und was zu besorgen ist? – Und machen die Unruhen in Kairo die Reise nicht auch noch unsicher? Ueberlege Dir die Sache wohl und nimm doch vor Unternahme der Reise vielleicht mit Herrn von Scherzer in Leipzig persönliche Rücksprache. Mir kommt die Sache zu bedenklich vor, solange Du über die Gesundheits-aZustände in Indien und Ceylon nicht näher unterrichtet bist. Ich werde übrigens deshalb auch noch zu Frau Nietner gehen.

An dem Schicksal Deines Wolff’s nehme ich einigen Antheil. Ihn ganz zu beseitigen, soll || Einreibung mit Sallicil-Vaseline von Apotheker Paulke in Leipzig sehr zu empfehlen sein, wie mir der Apotheker gestern sagte.

Ich will heut Mittag nach Berlin.

Mit herzlichem Gruß u. Bitte um weitere Nachricht

Dein Karl

In Gera sind wir sehr freundlich aufgenommen u. haben 5 nette Stunden verlebt.

Anbei die versprochenenb Photographien für die 3 Bälger.

a eingef.: Gesunheits-; b eingef.: versprochenen

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
14-09-1881
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35113
ID
35113