Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 21. Dezember 1878

Potsdam 21 Dezbr 1878

Lieber Bruder!

Deine reichliche Bescherung an uns laß mich mit einem kleinen Zeichen der Liebe für Dich und Deine Frau, in stiller Weihnachtszeit zu lesen, erwidern. Das Buch ist von demselben Verfasser, von dem der Till Eulenspiegel, den ich Dir ja wohl vorm Jahre sandte.

Bei uns nichts Neues, außer daß Julius einige Tage giegste und dann etwas katarrhalische Gelbsucht bekommen, ganz ähnlich wie einige Wochen vorher Georg. Von Heinrich sind gute Nachrichten; er arbeitet tapfer auf das Physicum los. Hermann hat sich von seinem Hofgärtner für die Festwoche Urlaub erwirkt. Tante Bertha wird wohl schon morgen herüberkommen.

Mit Schwager Heinrich geht es immer noch nicht recht. Alle Augenblicke hat er wieder einen Leberkolik-Anfall. Doch meint der Arzt es sei nicht bedenklich. ||

Das Westphalia-Circular wirst Du unterdeß auch erhalten haben. Es lautet wenig tröstlich. Wir werden, nach Leistungen der 5 Zahlungen pro 1879, immer noch 200.000 M Schulden behalten. Wenn sich nur endlich die Kohlenpreise bessern wollten!

Nun wünsche ich Dir und den Deinen allen von Herzen ein fröhliches Weihnachtsfest; hoffentlich tritta keine Störung durch das Befinden Deiner Schwiegermutter ein.

Die Kinder grüße schön von Onkel Karl und behalte im neuen Jahre die alte Liebe

Deinem

Karl.

a eingef.: tritt

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
21-12-1878
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35096
ID
35096