Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 12. Juli 1872

Potsdam d. 12. 7. 72

Lieber Bruder!

Vielen herzlichen Dank für all’ Deine Theilnahme, die Du mir in dieser schweren Zeit bewiesen. Die Genesung von Clara schritt doch so rasch vor, daß ich sie am vorigen Sonnabend nach Biebrich zu ihren Cousinen bringen konnte, und die Nachrichten von dort sind bis jetzt gut; in nicht all’ zu langer Zeit wird sie, denk’ ich, herkommen können, wonach wir uns beide sehr sehnen.

Ueber Eure Aussicht zu einer besseren d. h. geräumigeren Wohnung habe ich mich recht gefreut.

Daß Du Carl mit nach München nehmen willst, ist ganz schön. Wenn er nur auch von dort weitere passende Reisegesellschaft trifft. Aber länger als 4 Wochen kann er doch nicht reisen. Da mag er dann nachher noch nach Jena gehen und dort arbeiten. ||

Anfang October dachte ich ihn dann auf 14 Ta ge - 3 Wochen herkommen zu lassen, ehe er nach Heidelberg geht.

Reisegeld und den Rest des Wechsels (20 Rth.) erhält er durch Mutter.

Ich sitze dick in Akten, aber ich bin doch so frisch von der Reise zurückgekommen, daß ich wieder recht gern arbeite.

Mutter will nur 14 Tage bleiben, wohl, weil Du dann weggehst. Bitte, überrede sie doch, um ihretwillen (denn sie bedarf recht der Erholung), und um Hermann’s willen länger zu bleiben. Hermann braucht erst morgen über 3 Wochen hier zu sein (den 3 August).

Nun leb wohl. Ich wünsche Dir viel Vergnügen zum Münchner To ur.

Dein treuer Bruder

Karl

a Bitte, schicke mir durch Mutter die 4 Bde. Hausner’s Deutscher Geschichte.

a weiter auf beigelegtem Zettel: Bitte, schicke mir...Hausner’s Deutscher Geschichte.

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
12-07-1872
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35045
ID
35045