Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Ems, 2. Mai 1872

Ems 2 Juni 72.

Herzlichen Dank , liebster Bruder, für Deine theilnehmenden Zeilen nach Potsdam, von denen ich nicht weiß, ob ich sie schon beantwortet habe. Seit ich hier bin, geht es mir bedeutend besser. Die eigentlichen Fieberschauer habe ich nicht mehr (den letzten hatte ich in Lippstadt, heut vor 8 Tagen) und der Brunnen scheint mir ja gut zu bekommen; die Luft u. das Schlaraffenleben behagen mir und Clara sehr. Das Nähere ersiehst Du aus dem anliegenden Briefe an Carl, den ich ihm in Veranlassung eines gestern empfangenen, etwas räthselhaft gehaltenen geschrieben habe. Hoffentlich ist meine Besorgniß unbegründet, aber die beiden letzten Briefe fand ich etwas geschraubt u. nicht ganz natürlich, abgesehn von den Stellen, die mich [zu] besondren Anfragen veranlassen. Sollte Dir irgend etwas auffällig an ihm sein, so theile es mir offen mit. Er schreibt mir, er fürchte wieder eine granulöse Augenerkrankung zu bekommen. Das wäre ja recht schlimm. Bitte, laß ihn genau untersuchen u. an einen dortigen Arzt sich wenden. ||

Dir, liebes altes Bruderherz, wünschte ich Du könntest die schöne Natur u. Jahreszeit so genießen, wie wir hier. Sei mit Frau u. Kindern herzlich gegrüßt von Deinem

treuen Bruder.

(Wohnung: „Stadt Coeln“) ‒

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
02-06-1872
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35040
ID
35040