Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Freienwalde, 9. Juni 1862

Frw. 9/6 62.

Alter Junge!

Wie freue ich mich, daß Deine Professur nun endlich zur Wirklichkeit geworden ist! Der finanzielle Punkt ist dabei freilich noch faul, aber – was nicht ist , kann werden . Wenn das Radiolarien-Werk des Professors Haeckel erst erschienen sein wird, werden vielleicht auch auswärtige Universitäten durch eine Berufung indirekt Dein Gehalt erhöhen.

Mir ist unterdeß der Wunsch in Betreff Neu-Ruppin’s zu Wasser geworden. Was hilft das Lamentiren! – Ich muß mich nun wieder auf ein längeres Verbleiben am hiesigen Orte einrichten, und thue es in vieler Beziehung recht gerne. Mir geht es ja im Allgemeinen recht gut hier. – Gern hätte ich eine andre Wohnung gehabt. Aber was gut ist außer der unsrigen (die Knoille’sche in der Brunnenstraße), ist doch wieder gar zu theuer. Wir müssen einen bestimmten Etat ein-||halten, sonst reicht es später, unter ungünstigeren Verhältnissen, nicht mehr aus.

− Für Deine herzliche Theilnahme an meiner Versetzungsangelegenheit sage ich Dir den besten Dank. Ich hoffe, dieses Ministerium wird sich nicht allzu lange halten – kommt Zeit, kommt Rath! –

Wie ist es? – Willst Du nun nicht den Hochzeitstermin bald anberaumen lassen? – Vergiß nicht, daß es dazu noch mancher Vorbereitungen wegen des Aufgebots pp bedarf. Auch die Freunde müssen dann eingeladen werden. – Mimmi grüßt Dich mit mir.

Ade. Dein treuer Bruder

Karl

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
09-06-1862
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 34948
ID
34948