Walter Haeckel an Ernst Haeckel, München, 9. Juli 1913

München, 9. Juli 1913

205 Nymphenburgerstr.

Lieber Vater,

für Deine gestrige Büchersendung, die beiderseitig sehr gefallen hat, danken wir Dir herzlichst!

Das Wetter ist seit bald einem Monat trostlos und die Landschaftsmaler jammern und irren in der Stadt umher, um die allerneusten „Kubisten-Futuristen“ u. sonstigen Mist als Witz zu geniessen. Die Kunst ist in der Auflösung begriffen und man ist froh, wenn man nicht in die Bildermarkthallen gehen muss.

Heuet Abend wird ja Liese mit Kindern eintreffen, die wir morgen begrüssen werden. Da es andauernd giesst, haben wir unsere Abreise auf Montag verschoben; ein höchst ungemütlicher Zustand, da man in den Zimmern und draussen friert, geheizt haben wir auch schon wieder. || Ich fühle es unserm armen Muttchen nach, wenn sie bei dem Wetter traurig wird und gesundheitlich wieder Rückschritte macht; triste Zeiten!

Wo bleibt die Hitzewelle?

Unsre Adresse ist:

Oberleutasch bei Seefeld i/Tirol bei Alois Krug, Haus 85.

Für heute herzlichste Grüsse von Haus zu Haus!

Immer Deine dankbaren Münchner.

Brief Metadaten

ID
34602
Gattung
Brief ohne Umschlag
Entstehungsort
Entstehungsland aktuell
Deutschland
Entstehungsland zeitgenössisch
Deutsches Reich
Datierung
09.07.1913
Sprache
Deutsch
Umfang Seiten
2
Umfang Blätter
1
Format
13,9 x 22,0 cm
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 34602
Zitiervorlage
Haeckel, Walter an Haeckel, Ernst; München; 09.07.1913; https://haeckel-briefwechsel-projekt.uni-jena.de/de/document/b_34602