Potsdam, 13.12.10.
Lieber Onkel!
Besten Dank für Deine Sandalion-Broschüre, die ich schon zum großen Teil gelesen habe und mich sehr interessirt. Es ist sehr begreiflich, daß Du in dieser unangenehmen Sache, die Dir viel Ärger bereitet und viele Feinde geschaffen, mit dem famosen Keplerbund eine gründliche Abrechnung halten wolltest. Hoffentlich mit Erfolg.
Um auf Deinen Besuch || zu kommen, so haben wir als Theatertag den 30.12. in Aussicht genommen. Bist Du dann in Berlin und kommst mit, was sehr nett wäre, (Wir könnten in ein Lustspiel gehen, aber ein ordentliches!) so könnten wir vorher gemütlich zusammen bei mir mit Georgs, Hahns u. Heinrich zu Mittag essen. Oder wenn Du an einem andern Tage kämest, könnten wir die Mittagszusammenkunft bei mir an diesem Tage machen. Wie gesagt, wir || würden uns selbstverständlich sehr freuen wenn Du herkämest, noch mehr, wenn Du bei uns wohnen würdest.
Am 25. Dezember wird Tante Bertas Minna 80 Jahre. Wir wollen ihr einzeln schreiben. Vielleicht schickst Du ihr auch einen Gruß. (Minna Heutling in Neuhaldensleben Maschepromenade 1.)
Deine Ankündigung der großen Überweisung an die Deutsche Bank hat uns natürlich wieder sehr erfreut. ||
Ich weiß nicht, ob ich Dir schreib, daß wir jetzt in Potsdam eine Zweigstelle der Deutschen Bank haben (Alter Markt 17), bei der ich jetzt mein Depot habe. Vielleicht läßt Du mir die Überweisung gleich nach Potsdam machen.
Mit herzlichen Grüßen
von Haus zu Haus
dein stets
dankbarer Neffe
Julius.