Potsdam, den 20.12.09.
Lieber Onkel!
Trotz Deiner klösterlichen Zurückgezogenheit scheinst Du mit der Welt doch noch nicht ganz abgeschlossen zu haben; wenigstens läßt Deine üppige Weihnachtsgabe nicht darauf schließen. Sie kam diesmal ganz besonders überraschend, so daß die Freude auch besonders groß war. Ich habe die Summe, wie sonst, verteilt und danke Dir im Namen der Meinen herzlichst und selber nicht minder.
Daß Du im Kloster sizst [!], hat bei den Kindern großen || Spaß hervorgerufen, da unter Kloster bei uns eine ähnlich klingende Örtlichkeit verstanden wird.
Daß Du Dich mit Karl V. tröstest, ist ein Zeichen, daß Dein Humor nicht versiegt ist, in Deiner jetzigen Lage das Beste, was Du haben kannst. Möge Dir der Humor nicht ausgehen und Dich ganz über die Widerwärtigkeiten des letzten Jahres hinweg bringen. Dafür werden nach der Anthropogenie die Lebenserinnerungen am besten sorgen.
Daß Du Dein Knie nicht mehr erwähnst, läßt wohl auf völlige Herstellung schließen, || ohne die Du wohl nicht nach Leipzig reisen würdest.
Emmas Besserung im Befinden ist mit Freude zu begrüßen und wird hoffentlich anhalten.
So wünschen wir Euch Allen frohes Fest und Dir glückliche Fahrt nach Leipzig.
Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus
Dein dankbarer Neffe
Julius.