Potsdam, 17.4.05.
Lieber Onkel!
Zunächst möchte ich Dir nochmals sagen, daß Du uns mit Deinem gestrigen Besuche eine große Freude gemacht hast. Hoffentlich ist er Dir trotz der unfreundlichen Witterung gut bekommen. Wenigstens fanden wir, daß Dein gestriger Vortrag viel unbefangener war, als der erste. Die Probe für Mittwoch im Freisprechen ist vorzüglich gelungen. ||
Der Vortrag war so fließend und fesselnd, daß wir über das plötzliche Ende erstaunt waren; gewiß das beste Zeichen! Wir dachten, es sei erst eine halbe Stunde gewesen.
Ich möchte Dich bitten, mir die Karten zum Mittwoch doch lieber zu schicken, damit wir nicht etwa vergebens hinüber fahren, wenn Du nicht 4 Karten vergeben könntest.
Hoffentlich nützen die Unternehmer, die anscheinend doch ein glänzendes Geschäft || machen, Deine Gutmütigkeit nicht zu sehr aus.
Ich schicke einen Brief von Onkel Mulder mit, den ich heute empfing. Er hat noch den alten Humor.
Den Kuchen hast Du hoffentlich zum Frühstück nicht vergessen.
Am Mittwoch werden wir Dir nach dem Vortrag noch Lebewohl sagen. Vielleicht hast Du nach überstandener Arbeit Lust, mit Heinrich und uns einen Abschiedstrunk zu tun.
Mit freundlichem Gruß auch an Herrn Dr. Schmidt, der uns || Allen sehr gefallen hat, bin ich
Dein treuer Neffe Julius.
Leni läßt Dir mit mir „gute Kehle“ für die folgenden Abende wünschen. Wir sind auf den zusammen fassenden freien Vortrag sehr gespannt.
Meyers bitte ich auch zu grüßen.