Potsdam, 12.4.05.
Lieber Onkel!
Herzlichen Dank für Übersendung der Einlaßkarten. An Hahns schicke ich zwei ab.
Vielleicht können wir Dich am Freitag zwischen 4 und 7 Uhr im Hotel erwischen, um mit Dir wegen Sonntag zu verabreden. Wir würden uns sehr freuen, wenn Du kommen könntest. Besonders die Kinder sind schon ganz gespannt. Wir könnten || ja eventuell auch um 3 oder ½ 4 Uhr essen und dann zusammen zum Vortrag fahren, falls Du zum Sonntag für uns Billets hast. Du müßtest Deinen Besuch bei uns als kleine Ruhepause in dem Berliner Trubel ansehen und hier einen kleinen Erholungsbummel machen. Das wird Dir gut tun.a
Zu dem Kommers am Sonnabend komme ich sehr gern. Falls Eintrittskarten || nötig, kannst Du mir vielleicht eine verschaffen. Ich weiß nicht, wo ich mich sonst hin wenden soll.
Heute bat mich der Hofphotograph Brasch um Deine Adresse, um Dich zu einer photographischen Sitzung einzuladen. Falls Du dazu geneigt bist, kann ich ihn Dir nur empfehlen. Er macht vorzügliche Aufnahmen, besonders im Naturalverfahren. So waren die vorzüglichen Menzel-Bildnisse, die vor 10 Jahren in den Zeitschriften waren, von ihm. ||
Bei Bölsches bitte ich um Empfehlung. Ich habe vor einiger Zeit mit dem Maler Stassen einen sehr genußreichen Nachmittag und Abend bei ihnen verlebt. Es sind reizende Leute.
Mit herzlichen Grüßen
Auf Wiedersehen am Freitag!
Dein treuer Neffe
Julius.
a Satz („Das […] tun.”) zwischen den Zeilen nachgetragen