Julius Haeckel an Ernst Haeckel, Ahrendsee, 15. Juli 1902

Arendseea, 15.7.02.

Strandstr. 10.

Lieber Onkel!

Deinen Brief erhielt ich gerade vor unserer Abreise. Wir sind einige Tage früher gefahren, weil ich wegen der Kur eines der Kollegen anderen Urlaub habe nehmen müssen. Ich kann nur bis zum 4. August hier bleiben (die Meinigen bleiben 14 Tage länger) und habe dann noch einmal || Urlaub vom 26.8.-15.9.

Für Dein gelungenes Bild besten Dank. Ich schicke das andere soeben an Tante Berta.

Deine Bitte, wegen der Schröderschen Hypothek Schritte zu thun, erfülle ich selbstverständlich gern auch ohne Honorar, das Du Dir sparen kannst. Wenngleich sich nicht vorher sagen läßt, ob die gütlichen Unterhandlungen mit Schröder, die ich nach den Ferien womöglich persön-||lich anknüpfen will und die allein etwas Erreichbares erhoffen lassen, Erfolg haben werden, so brauchst Du die Sache auch nicht gleich zu schwarz anzusehen. Nach der günstigen Auskunft über Schröder scheint wenigstens die persönliche Kreditfähigkeit vorhanden zu sein, so daß Du mit günstigeren Rückzahlungsbedingungen hoffentlich in absehbarer Zeit von dieser Sorge ganz oder teilweise be-||freit werden kannst.

Vorläufig bedarf es keiner Vollmacht. Ich werde versuchen, zunächst so auszukommen. Dagegen schicke mir bitte alle bezüglichen Schriftstücke hierher. Im Laufe des Oktober hoffe ich Dir Nachricht geben zu können.

Hier haben wir es in einem noch ungeleckten, waldig und malerisch gelegenen kleinen Seebade recht gut getroffen. Wir wohnen in einem Fischerhause nahe dem Walde hinter der Düne und nahe dem malerischen alten Dorf. Die Kinder sind selig.

1 Stunde von hier ist einer der schönsten mecklemburgischen Laubwälder auf hügeligem Gelände, die „Kühlung“, dieb ich zu Rade öfter aufsuchen werde. – Die Korallensendung schicke doch bitte erst am 1. August ab, damitc sie nicht in meiner Abwesenheit ankommt.

Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

Dein treuer Neffe Julius.d

Viel Vergnügen bei Krupp und in Sonthofen. Grüße Korn und Walter u. Emma.e

a gestr.: Seelow, eingef.: Arendsee; b Text („1 Stunde […] die”) vertikal am linken Rand von S. 4 fortgesetzt; c Text („ich […] damit”) vertikal am linken Rand von S. 3 fortgesetzt; d Text („sie […] Julius.”) vertikal am linken Rand von S. 2 fortgesetzt; e Nachschrift („Viel … Emma.”) vertikal am linken von S. 1 vermerkt

Brief Metadaten

ID
34077
Gattung
Brief ohne Umschlag
Entstehungsort
Entstehungsland aktuell
Deutschland
Entstehungsland zeitgenössisch
Deutsches Reich
Datierung
15.07.1902
Sprache
Deutsch
Umfang Seiten
4
Umfang Blätter
2
Format
10,5 x 16,2 cm
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 34077
Zitiervorlage
Haeckel, Julius an Haeckel, Ernst; Ahrendsee; 15.07.1902; https://haeckel-briefwechsel-projekt.uni-jena.de/de/document/b_34077