Seelow, 9.5.02.
Lieber Onkel!
Für die geheimnisvolle Sendung, die sich als so gelehrt entpuppte, besten Dank. Ich werde einiges ganz gern lesen.
Den Hypothekenbrief habe ich studiert und in die Stahlkammer gebracht. Formell ist alles in Ordnung.a Leider ist das Wohnhaus nicht mit verpfändet, und über den Wert der Druckerei nichts zu sehen. Da kommt || es wesentlich auf die Vertrauenswürdigkeit der Personen an. Immerhin würde ich doch später die ganze Hypothek oder einen Teilbetrag kündigen, damit Du nicht mit zuviel dran bleibst. Denn bei der schnellen Entwertung der Maschinen ist die Beleihung industrieller Grundstücke durch Privatleute immer riskant. Vielleicht erkundigst Du Dich mal in Jena gele-||gentlich über den Wert des Grundstücks und der Gebäude.
Wenn Dir die Dissertationen und das Buch von Narghab im Wege sind, schicke sie mir nur gelegentlich. Vielleicht denkst Du an die Korallen, wenn es Dir nicht zu viel Mühe macht. Die Kinder dachten neulich, als das Packet kam, die Korallen wären drin, und waren sehr enttäuscht.
Daß es Deiner Frau || wieder nicht besonders gegangen ist, thut mir recht leid. Hoffentlich kannst Du die Unterbringung Deiner Emma in eine Anstalt bald ohne Schwierigkeit bewirken. Für Deine Frau wäre es gewiß auch eine Erleichterung.
Wenn ich das nächste Mal nach Berlin kommen werde, und das Wetter gut ist, werde ich mit Tante Berta mal wieder zu Magnussen fahren, um uns von den Fortschritten zu überzeugen.
Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus
Dein treuer Neffe
Julius.
Die 60 M. für Friedels Hochzeitsgeschenk habe ich dankend erhalten. Er wird nach dem 25. August heiraten.c
a eingef.: Formell ist alles in Ordnung.; b eingef.: und das Buch von Nargha; c Nachschrift („Die 60 M. … heiraten.”) vertikal am linken Rand von S. 4 vermerkt