Julius Haeckel an Ernst Haeckel, Seelow, 16. Mai 1901

Seelow, den 16.5.01.

Lieber Onkel!

Du bist nun wieder in Jena angelangt und hast hoffentlich Deinen Knieschaden und die Strapazen Deiner Reise glücklich überwunden. Du wirst schließlich noch von Glück sagen können, daß Du Dir den Knieschaden nicht gleich zu Anfang der Reise zugezogen hast.

Ich schicke Dir Deine Benachrichtigungen von der Deutschen Bank, die ich für || Dich erhalten habe.

Die Staffelrechnung habe ich, soweit ich konnte, geprüft und richtig befunden. Du kannst also die Bestätigung Deines Kontos (16133,05 M. am 31.12.) abschicken.

Die Hypothekenzinsen sind von Budie, Rochow, Wittchow und Rose regelmäßig gezahlt werden. Von Bumke scheinen am 1. Oktober die Zinsen nicht in die Bank gezahlt zu sein. Ich habe weder eine Benachrichtigung noch einen entsprechenden Posten in der Staffelrechnung gefunden. ||

Stelle doch bitte fest, ob Dir die Zinsen am 1. Oktober direkt nach Jena gezahlt sind. Wenn nicht, so werde ich die Sache vermitteln. Außerdem vermisse ich jede Nachricht, ob Haseloff in Beelitz gezahlt hat. Hat er auch direkt nach Jena geschickt und wieviel?

Ich möchte Dich bei dieser Gelegenheit drauf aufmerksam machen, daß jetzt der Hypothekenzinsfuß wieder allgemein auf 4 % gestiegen ist, so daß man erwägen könnte, ob man Bumke wieder von 3 ½ auf 4% steigerte oder, wenn er || nicht einverstanden ist, kündigt? Budie, Rose, Rochow zahlen auch 4%. Frau Wittchow allerdings 3 ¾ %, aber da diese Frau sich ehrlich quält, würde ich es an Deiner Stelle vielleicht vorläufig dabei belassen. Ich werde gelegentlich in Potsdam Erkundigungen einziehen.

Im übrigen ist Dein Konto in Ordnung. 20 M. für Stahlkammermiete und 22 M. für Jahreskosten sind Dir ordnungsgemäß zur Last geschrieben.

Den Depot-Auszug mußt Du selbst prüfen und bestätigen.

Darf ich Dich zum Schluß noch einmal an die Reisebriefe erinnern? Bis jetzt habe ich noch kein Heft bekommen.

Mit herzlichen Grüßen

Von Haus zu Haus

Dein treuer Neffe

Julius.

Vielleicht sehen wir uns zu Pfingsten in Berlin? Tante Berta freut sich sehr auf Deinen Besuch ist wunderbar erholt. Du wirst sie natürlich stark verändert finden. Anfang Juni wollen Mulders nach Berlin kommena aber verständiger Weise nicht bei Tante Berta wohnen, weil sie ihnen sonst wieder ihre Schlafstube einräumen würde, die sie jetzt doch nicht mehr entbehren kann.b ||

Willst Du nicht von den 16 000 M. einen Teil oder den ganzen Betrag anlegen? Teltower Kreisanleihe zu 4% ist zu empfehlen u. sicher.c

a Text („Vielleicht … kommen”) vertikal am linken Rand von S. 4 fortgesetzt; b Text („aber … kann.”) vertikal am linken Rand von S. 3 fortgesetzt; c Text („Willst Du … u. sicher.”) vertikal am linken Rand von S. 2 fortgesetzt

Brief Metadaten

ID
34064
Gattung
Brief ohne Umschlag
Entstehungsort
Entstehungsland aktuell
Deutschland
Entstehungsland zeitgenössisch
Deutsches Reich
Datierung
16.05.1901
Sprache
Deutsch
Umfang Seiten
4
Umfang Blätter
2
Format
14,0 x 22,0 cm
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 34064
Zitiervorlage
Haeckel, Julius an Haeckel, Ernst; Seelow; 16.05.1901; https://haeckel-briefwechsel-projekt.uni-jena.de/de/document/b_34064