Sethe, Heinrich

Heinrich Sethe an Ernst Haeckel, Münster, 18. November 1841

Münster d 18ten November 1841

Lieber Vetter Ernst!

Du hast mir mit dem kleinen Briefchen viele Freude gemacht. Es tutha mir sehr leid, daß Dein Vater wieder so krank ist. Wie geht es getzt mit Deinem Fuße.

Es war Dir wohl recht unangenehm daß Du den schlimmen Fuß gehabt hast. Du bist wohl wenig in Schlesien herumgegangen. Wie hat es Dir dort gefallen.

Ich habe hier sehr schöne Tauben bekommen. Hast Du auch welche? Es sind recht niedliche Thierchen. Kannst Du auch schon Schlittschuh laufen? Das ist hier ein sehr großes Vergnügen für uns Knaben. Das wird bald b kommen. Hast Du auch schon den c großen Adler abgeschossen, welchen wir zusammen schießen wolten? Du warst wol sehr betrübt, daß wir nicht wieder zu Euch kamen und Mutter Dir die schönen Gewinste nicht geben konnte. Mutter hat aber gesagt, Du bekämst sie doch. Du weist doch wohl daß ich in Nordernei gewesen bin. Dort war [es] so schön daß ich noch einmal gern hinwollte. Aber ich kann es nicht weil ich in die Schule muß. Den ganzen Tag war ich and der See und spielte da, und ließ meine Korkschiffe segeln, die ich mir gemacht hatte.

Grüße Karl und Deine Eltern von Deinem Vetter

H. Sethe.

a korr. aus: tuhh; b gestr.: los; c gestr.: den; d eingef.: an

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
18-11-1841
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 33985
ID
33985