Bleek, Auguste

Auguste Bleek an Ernst Haeckel, Sobernheim, 17. August 1867

Sobernheim d. 17ten August 67.

Mein lieber Ernst

Nach der Anzeige von Deiner Verlobung habe ich Dir nicht selbst geschrieben; Mutter wird Dir aber meinen herzlichen Glückwunsch überbracht haben. Da ich veranlaßt bin an Karl ein Paar Worte zu schreiben, so will ich Dich und Deine liebe Braut doch zu dem nahen Hochzeitstag begrüßen und Dir es sagen wie sehr ich micha über das neu erblühte Glück Deines Lebens freue und Gott bitte, daß er Euer Zusammenleben zu einem recht innerlich gesegneten werden lasse.

Auf Deiner Rückkehr von der großen Reise hast Du unsre Hoffnung Dich bei uns zu sehen nicht erfüllt. Ich hoffe Du machst das wieder gut dadurch, daß Du zum Schluß Eurer Hochzeitsreise zu uns kommst und Ihr Euch bei uns von allem Schönen und Herrlichen etwas ausruhst. Ohnehin hast Du noch Deine Pelzsachen bei uns abzuholen und wenn Du das für nicht nöthig hältst, so hat doch Bonn durch Deine wissenschaftlichen Freunde, wie ich denke, eine besondere Anziehungskraft für Dich. ||

Ich hoffe Du führst uns ohnehin gern Deine Agnes zu; es ist doch etwas ganz andres, wenn man einander persönlich kennen gelernt hat. Grüße Sie recht freundlich von mir.

Mit herzlichem Gruß und Glückwunsch zum Festtage

Eure

alte Tante

Auguste Bleek.

a eingef.: mich.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
17-08-1867
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 33692
ID
33692