Bleek, Auguste

Auguste Bleek an Ernst Haeckel, Bonn, 2. November 1873

Bonn den 2t Novbr. 73.

Lieber Ernst

Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Ankunft des zweiten Töchterchens, das hoffentlich gut gedeihen und Euch zur rechten Freude heranwachsen möge. Sehr gefreut hat mich, daß es dies Mal Deiner lieben Frau so gut geht und wünsche ich sehr, daß das ferner der Fall ist.

Deinen Brief vom 8t Oktober erhielt ich in Lippstadt, wo ich reichlich 3 Wochen war und seit stark 8 Tagen wieder hierher zurückgekehrt bin. Eine große Freude hast Du mir durch die Bilder Deiner beiden ältesten Kinder gemacht, die ganz allerliebst sind und sich in meinem Album einer Reihe Kinderbilder angeschlossen haben, an deren Anblick sich mein || Auge oft erfreut. Lieber möchte ich sie allerdings noch in Wirklichkeit sehen; ebenso wie Deine liebe Frau, die ich ja noch gar nicht kenne.

Daß Deine Mutter sich nicht zur Reise hierher entschließen konnte, that mir sehr leid. Leider wird mir das Reisen auch sehr schwer; wenn ich aber den Winter glücklich überstehe und mich so kräftige, wie ich es in den letzten Wochen gethan, so darf ich wohl doch hoffen im nächsten Jahr die Reise zu ihr zua unternehmen.

Ich habe heute an sie und T. Bertha geschrieben und bin müde davon, was Du diesen Zeilen wohl anmerkst; aber ich kann es nicht aufschieben, da ich Dich bitten wollte mir das Buch für Wilhelm doch gleich zu schicken. Ich habe eben Gelegenheit zu einer Sendung nach der Capstadt durch das Missionshaus in Bremen. Sie wünschen aber meine kleine Sendung vor || Ende der Woche dort zu haben.

Also wenn Du kannst bitte schicke mir das Buch gleich.

Dr. Hertwig habe ich am Dienstag gesehen, wo er den Abend bei uns war und aus Lippstadt geschickte Krammetsvögel mit uns verzehrte.

Hedwig und Anna grüßen mit mir Dich und Deine liebe Frau herzlich.

In alter Liebe

Dein Tante

Auguste Bleek.

a eingef.: zu

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
02-11-1873
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 33690
ID
33690