Sethe, Bertha

Bertha Sethe an Ernst Haeckel, [Berlin, 16. Februar 1846]

Ein Blumenpapier sollte doch zu Deinem Festtage für Dich sein, mein lieber Ernst, mögen die Blumen beredter sein, als meine Feder. Die Rosen sind die Blumen der Liebe, mögest Du recht tief meine Liebe dabei empfinden, die Dich so ganz von Herzen umfaßt, die sich mit innigem Gebet und Flehen zu Gott || richtet, daß Du mein liebes Kind, ein frommer, braver Mensch wirst, daß Du Dich ganz und freudig Ihm hingibst, in kindlichem Zutrauen das was Er schätzt heimnimmst, und treu bleibst Ihm uns Seinem heiligen Willen in aller Noth und Trübsal, und freudig Seinen Willen thust, wenn || er auch noch so schwer ist, dann wird Dir auch Sein Segen nicht ausbleiben; Du wirst Ihn und alle Deine Lieben, die Gott Dir gegeben hat, immer lieber haben, Du wirst immer lieber und freudiger Gottes Gebote erfüllen, und immer mehr Freude daran haben, ein frommer Mensch zu werden. Sein Segen wird Dir dann nicht ausblei- || ben, das ist die Freude mit Ihm in unseren Herzen. Weißt Du, was man dann wird? Ein rechtes Kind Gottes. Sieh je älter Du auch a wirst, je mehr und mehr, wirst Du dann ein Kind Gottes.

Gott sei mit Dir, mit der Liebe, die nimmer in uns aufhört, drücke ich Dich an mein Herz.

Deine treue Tante

und Pathe Bertha.

Ernst Naumann grüßt

u. wünscht Glück.

a gestr.: doc

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
16-02-1846
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 33658
ID
33658