Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Paul von Rottenburg, Jena, 4. Dezember 1906

ZOOLOGISCHES INSTITUT

DER UNIVERSITÄT JENA.

Jena 4.12.06.

Liebster Freund!

Deiner liebenswürdigen Einladung, Dir heute oder morgen in Berlin einen flüchtigen Besuch abzustatten, konnte ich leider nicht Folge leisten, da ich jetzt durch meine Vorlesungen streng gebunden bin. Muß mir also die Freude a des Wiedersehens auf andere Gelegenheit versparen. Inzwischen herzlichsten Dank! –

Weihnachten werde ich wahrscheinlich (zwischen 27. und 30. December) auf einen Tag nach Berlin kommen; das Weihnachtsfest wollen wir bei den Kindern in Leipzig zubringen (23. – 26. December). ||

Die Broschüre von Dodel („ Ernst Haeckel als Erzieher“) hat Dir hoffentlich Spaß gemacht und Dich von meinen ungeahnten paedagogischen Talenten ernsthaft überzeugt. Schwester Röschen, die letztere gänzlich leugnet, sendet Dir mit mir die freundlichsten Grüße!

Stets Dein treuer alter

Ernst Haeckel.

P. S. Wir haben hier einen wunderbar milden Winter, bisher keinen Frost; der November war, wie der September; auf meiner „Ernst Haeckel-Höhe“ und „Ammerbacher Platte“ blühen die blauen Oster-Glocken!

a gestr: auf

 

Briefdaten

Verfasser
Datierung
04-12-1906
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 32869
ID
32869