Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Paul von Rottenburg, Jena, 3. März 1905

ZOOLOGISCHES INSTITUT

DER UNIVERSITÄT JENA.

Jena 3.3.1905.

Liebster Freund

Deine schöne Marmelade-Sendung (– trotz meines bescheidenen Protestes –) hat die Gastrula-Gesellschaft der Villa Medusa und ihre Kinder sehr erfreut; herzlichen Dank dafür, ebenso für Deinen liebenswürdigen Glückwunsch zum 71. Geburtstag. Er verlief diesmal ziemlich ruhig. Gestern habe ich mein 88.stens Semester in Jena glücklich beschlossen; es war gut besucht. Nun kommen 8 glückliche Ferien-Wochen; ich werde sie größtenteils hier verbringen und zum Ordnen von Bibliothek, Bildern und Sammlung anwenden. ||

In den 3. oder 4. Woche April gehe ich nach Berlin und Potsdam. Im Sommer mußt Du uns jedenfalls hier besuchen, schon um das colossale Gorilla-Skelet zu bewundern, das ich jetzt (endlich!) für unser Zoologisches Institut angeschafft habe (– 2000 Mk, aus der „Ritter-Stiftung“ –); Länge des Oberarms 44 Ctm, Brustbreite ebenso! – Stolz unserer bescheidenen Sammlung! –

Schwester Röschen hatte wieder längere Zeit an Influenza zu leiden (hier epidemisch). Sie grüßt Euch mit mir herzlichst!

Stets Dein treuer alter

Ernst Haeckel.

P. S. Über Deinen trefflichen Bruder in Bonn haben wir uns sehr erfreut; er hat große Sympathie gewonnen.

 

Briefdaten

Verfasser
Datierung
03-03-1905
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 32844
ID
32844