Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Max Fürbringer, Jena, 29. Juni 1905

Jena, 29. Juni 1905.

Lieber Freund Fürbringer!

Heute muss ich Dir leider durch die Hand meiner Tochter schreiben, da ich mir durch meinen Fall vor 14 Tagen den rechten Arm verletzt habe. Ich verbrachte die Pfingstwoche in den Böhmischen Wäldern an der bairischen Grenze. Der Urwald von Eleonorenhain und Eisenstein ist sehr interessant. Schade, dass der Ausgang dieser Excursion für mich so fatal war.

Heute schicke ich Dir meine Berliner Vorträge mit der Bitte die andern Exemplare an die Adressaten zu verteilen: (Braus , Göppert, Bütscheli, Haller.)

Wir gedenken Deiner und Deiner lieben Frau sehr oft und nehmen fortdauernd den herzlichsten Anteil an dem unersetzlichen Verlust, den Ihr durch den tragischen Tod Eures hoffnungsvollen Carl erlitten habt.

Es ist sehr traurig, dass man in dem nächsten Freundeskreise immer mehr beklagenswerte Verluste erleidet, je älter man wird.

Wir leben hier still in alter Weise fort, und sind zufrieden mit dem modernen Jena, (auch dem akademischen) nur wenig Berührungspunkte zu haben.

Mit herzlichen Grüssen von Haus zu Haus und besten Wünschen für Euer Wohlergehen

Dein alter Ernst Haeckel.

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
29.06.1905
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 32371
ID
32371