W. KOEHLER’SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG
(F. E. W. KOEHLER)
Gera-Untermhaus, am 12. Dez. 07.
Sr. Excellenz | Herrn Geh. Rath Professor Dr. Ernst Haeckel | Jena.
Hochgeehrte Excellenz,
vorerst die geschäftlichen Angelegenheiten.
Am 9. hujus mensis currentis sandte ich direkt zur Post franko 400 illustrirte Haeckel-Prospekte gratis. Morgen sendet Ihnen mein Commissionär Herbig, Leipzig, Inselstraße 20 die Ihrerseits laut Aufstellung gewünschten 116 Lieferungen zur Complettirung Ihrer dortigen Exemplare der Prachtausgabe der Wanderbilder. Obwohl ich die einzelnen Lieferungen im Buchhandel wie auch im direkten Verkehr einzeln nicht abgebe, so habe ich Ihnen gegenüber eine Ausnahme gemacht und außerdem noch 20% Rabatt gewährt.
Wollen Sie, bitte, den Betrag von 348,70 M. direkt an Herbig einsenden, da ich meine hiesigen Bestände nicht zerreißen mag. ||
Meine Kartengrüße aus Hamburg werden Sie gewiß erhalten haben. Ich wirke jetzt persönlich zu Gunsten des Absatzes der Wanderbilder, da unter den gegenwärtigen drückenden Zeitverhältnissen jegliche Reklame versagt.
Auch habe ich mehrere Firmen Hamburgs und Bremens für den Übersee-Vertrieb gewonnen. Das erfordert neue Opfer und der Erfolg ist noch sehr fraglich.
Am Sonntag fahre ich nach Südwest-Deutschland Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart um auch hier die Prospekte an erlesene Firmen zu verteilen.
Ist es Ihnen recht, wenn ich in Japan und China in den deutschen Clubs für das Haeckel-Museum sammeln lasse? Einige Firmen haben mir Ihren Beistand zugesagt.
Gleichzeitig sende ich Ihnen die gewünschten Ihrer verehrten Frau Gemahlin gehörenden 10 Stück Photographien zurück und bitte Sie mir doch den Betrag von 207,- M den ich dringend für die Weihnachtsreklame u. Reisen brauche nicht länger vorzuenthalten.
Mit bestem Gruße
Ihr ergebenster
W. Koehler.