FR. EUGEN KÖHLER
GERA-UNTERMHAUS, den 16 Mai 1884.
Hochgeehrter Herr Professor!
Für Ihr so angenehmes Schreiben vom 14 hujus und die darin enthaltenen anerkennenden Worte über meine Medicinalpflanzen, sage ich Ihnen meinen verbindlichsten Dank! –
Die schwerfälligen deutschen Verhältnisse zwingen selbst bei solchen Werken dazu, Garantie leistende Namen zu erbitten, so schwer es auch gerade mir wird, solche Wege zu gehen, da ich weiß wie sehr die Herrena || mit ähnlichen Ansuchen überlaufen werden.
Einer Andeutung des Herrn Vogtherr zufolge planen Sie einen Zoologischen Atlas zu einem billigen Preise neben tadelloser, splendiden Ausstattung.
Beides zu verbinden ist nicht leicht – ist nicht Jedermann’s Sache und nur wenigen Verlegern stehen die geeigneten Kräfte – abgesehen vom Geldpunkte – zur Verfügung; meist lassen sich meine Collegen, wenn sie etwas Gutes bringen, noch dazu von einem bedeutenden Namen, dergleichen recht honett bezahlen und dadurch treten sie der Verbreitung sehr wirksam entgegen. ||
Mein Standpunkt ist, wie der wirklich billige Preis meiner beiden Werke (Flora von Deutschland erscheint im XVII Bande) ein anderer und wenn Sie einmal der Verwirklichung Ihres Vorhabens näher treten wollen, so garantire ich Ihnen eine musterhafte Ausstattung bei möglichst billigstem Preise und daraus entspringende denkbar größte Verbreitung im In- und Auslande.
Verzeihen Sie diesen kleinen Erguß! Mit nochmaligen aufrichtigsten, herzlichsten Dank begrüße ich Sie
hochachtungsvoll
ergebenst
Dr Eugen Köhler
a am Fuß der S.: Verte