Krukenberg, Gustav

Gustav Krukenberg an Ernst Haeckel, Halle, 19. Februar 1889

Halle 19.2.89.

Verehrter Freund!

Ihre mir vor einer Stunde zugegangene Depesche hat mich sehr bestürzt. Da ich selbst hier nicht abkommen kann, so habe ich sofort an den Schwager des Professors Krukenberg, der Apotheker in Königslutter ist Ihre Nachricht weiter telegraphirt und ihn ersucht das Nöthige zu veranlassen. Derselbe wird wohl seinen Schwager Müller, der auch eine Schwester des Verstorbenen zur Frau hat und in der Nähe von Coburg lebt, dessen näherer Aufenthalt mir aber unbekannt ist, telegraphisch von der Sache benachrichtigen und ihn ersuchen sofort nach Gera zu eilen.

Ich habe seit Jahr und Tag von dem Professor Krukenberg nichts gehört. Er war nicht für Verwandtenverkehr u. unsre wiederholten Einladungen uns zu besuchen sind ohne Erfolg geblieben. Ich fürchte sein plötzlicher Tod ist ein freiwilliger gewesen, wie das so häufig jetzt bei den Menschen der Fall ist, die ihrer Existenz überdrüßig sind. Er war ein sehr gutmüthiger und feiner Mensch, wenn auch sehr sonderbar, dem ich ein besseres Schicksal gewünscht hätte.

Darf ich Sie bitten mir || einiges Nähere über sein Ende zu schreiben. Ich würde Ihnen dafür sehr dankbar sein.

Ich hoffe Sie im nächsten Frühjahr zu sehen, wo ich auf ein paar Tage nach Jena zu kommen gedenke.

Hoffentlich geht es Ihnen und den Ihrigen gut.

Mit herzlichsten Grüßen von Haus zu Haus

Ihr

alter Freund

Krukenberg

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
19-02-1889
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 28288
ID
28288