Krauseneck, Gustav Adolf

Gustav Adolf Krauseneck an Ernst Haeckel, Berchtesgaden, 3. September 1906

Berchtesgaden, 3.9.06

Verehrtester Freund!

Vielen Dank für Ihre lieben Zeilen, denen ich mit großem Schmerze entnehme, daß Sie jetzt in Jena nicht zu treffen waren und daß leider recht lästige Gründe Ihre Frau Gemahlin und Sie selbst nach Wildungen führten. Möge Ihnen beide die dortige Kur bestens bekommen und möge es möglich sein, daß Ihre fernere Absicht zur Ausführung kommen könne. Es wäre mir das liebste Geschenk des Himmels, und der beste Trost || für den etwas verpfuschten Sommer, wenn ich Sie, hochverehrter Herr Professor, in Tirol sehen könnte.

Wir haben uns von der polnischen Wirtschaft in Darkau in München erholt, sind jetzt hier bei lieben Freunden und gehen dann nach Gossensass, wo wir meine Schwester Valentine treffen, um mit ihr & der Mutter meiner Frau noch etwas Brennerluft zu athmen.

Ich bitte daher um einige Worte nach Gossensass „Gasthof Gröbner“, die uns sagen, ob Sie dahin oder sonstwohin nach Tirol kommen; ich käme überall hin, wohin Sie es wünschen & wir Alle wären sehr || beglückt über einen zusagende Antwort.

Meine Frau erwidert Ihre und Ihrer Frau Gemahlin Grüße auf das herzlichste und mit unseren besten Wünschen

stets Ihr größter Verehrung

ergebener

Gust. Krauseneck

 

Briefdaten

Empfänger
Datierung
03-09-1906
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 27810
ID
27810