Leydig, Franz

Franz Leydig an Ernst Haeckel, Rothenburg ob der Tauber, 11. September 1892

Rothenburg o/Tauber, | 11. Sept. 1892.

Lieber Herr College!

Aus der Handschrift der Adresse ersehe ich, daß Sie es sind, welcher die Freundlichkeit hatte, mir die Broschüre: „Fürst Bismarck in Jena“ zu übersenden. Haben Sie hiefür besten Dank! Natürlich habe ich die Blätter mit großem Vergnügen durchlesen, Vieles war mir davon bereits aus der Münchener „Allgemeinen Zeitung“ bekannt geworden; der zusammenfassende Bericht gibt als Ganzes ein sehr ansprechendes Bild jener Festtage.

Von der Reise nach Schottland scheinen Sie glücklich zurückgekehrt zu sein; oder am Ende haben Sie dieselbe unterlassen, || denn es waren so sehr heiße Tage eingetreten, so daß selbst in dem sonst kühlen Garten des Hauses die Wärme auf 28°R gestiegen war.

Meine Frau und ich hätten gewünscht, daß Sie Ihren Aufenthalt in Rothenburg verlängert hätten, auch wäre noch Manches zu sehen gewesen; vielleicht hätten Sie auch den Malern, deren Zahl sich noch sehr vermehrt hat, durch die That gezeigt, daß auch Sie ein Maler sind. Nun vielleicht geschieht dies Alles ein andermal!

Leben Sie wohl! Mit vielen Grüßen, auch von Seiten der Frau,

Ihr ergebenster

F. Leydig.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
11-09-1892
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 27760
ID
27760