Rodenberg, Julius

Julius Rodenberg an Ernst Haeckel, Berlin, 10. Februar 1877

DEUTSCHE RUNDSCHAU.

VERLAG UND EXPEDITION:REDACTION:

GEBRÜDER PAETEL.DR. JULIUS RODENBERG.

BERLIN, W., LÜTZOWSTR. 2. BERLIN.

W., MARGARETHENSTR. I.

BERLIN, W., DEN 10. Februar, 1877.

Hochgeehrter Herr Professor!

Verzeihen Sie, daß ich es wage, Sie in Ihren wissenschaftlichen Arbeiten auf fünf Minuten zu unterbrechen, um Sie zu bitten, das einliegende Schriftstück zu lesen. Da es kein Geheimnis mehr ist, daß Paul Linden hier eine Gegen-Revue in’s Leben zu rufen sucht, so brauche auch ich keines daraus zu machen, daß dieser Aufsatz Bamberger’s die erste Antwort darauf ist – eine Antwort, hinter welcher, ich glaube es sagen zu dürfen, die vornehmsten heutigen Nobilitäten der Politik u. Wissenschaft stehen. Es würde mir erfreulich u. beruhigend sein, auch Sie zu den Männern zählen zu dürfen, welche in dieser Ansicht fest zur „Rundschau“ stehen wollen – sie würde dann neu gestützt u. gescheiter als je zuvor aus derselben hervorgehen. Für zwei große Revues, das werden Sie begreifen, hochgeehrter Herr Professor, ist in Deutschland so wenig Raum, als in Frankreich Raum sein würde für zwei Revues des deux mondes. Wir würden uns nur abermals zersplittern, u. statt einer repräsentativen Zeitschrift gar keine haben. Dagegen aber möchte ich auch Sie zu meiner Hilfe rufen, da Sie ja wissen, daß Sie in der „Rundschau“ keiner unwürdigen Sache Ihre Unterstützung leihen. Keinerlei neue Verpflichtung muthe ich Ihnen zu; ich möchte nur bitten, der „Rundschau“, sobald Ihre Zeit es erlaubt, einen neuen Beitrag zuwenden zu wollen, der immer, aber jetzt ganz besonders, von hohem Werthe für uns sein wird.

Mit dem Ausdruck warmer Verehrung

grüßt herzlich

Ihr

sehr ergebener

Julius Rodenberg.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
10-02-1877
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 20231
ID
20231